Warum, fragt man sich, hat man eigentlich jahrelang geunkt, die Simpsons könnten als Langfilm nicht funktionieren? Sie funktionieren sehr gut: nämlich wie eine Folge der Serie.
Groening und sein Team haben sich, und sehr zu recht, auf die angestammten Simpsons-Tugenden verlassen, sich keiner angstgetriebenen Experimente unterfangen, keine formalen Mätzchen versucht. Das tut dem Film gut, obwohl bzw. gerade weil man alles schon kennt: Homer baut großen Mist und bringt ganz Springfield in Gefahr, die Simpsons müssen fliehen, kehren aber zurück und bringen alles in Ordnung. Es gibt einige Nebenhandlungen, die wie oft in der Serie nirgendwohin führen, das aber auch gar nicht müssen. Lisa verliebt sich einmal mehr, Bart ist so enttäuscht von Homer, daß er lieber ein Flanders wäre - auch das Variationen auf bereits gesehenes, aber genau deshalb guckt man ja die Simpsons: Weil man sehen möchte, wie Homer sich mit dem Hammer ins Auge piekt, Bart ihn haßt und dann doch wieder liebt, und Lisa große Ambitionen hat, von denen keiner was wissen will.
Kaum noch erwähnenswert, daß auch die Synchronisation üblich gut bis sehr gut ist - es gibt Simpsons-Fans, die Norbert Gastell sogar der amerikanischen Stimme Homers vorziehen. Daß Anke Engelke Marge ihre Stimme leiht, ist so neu nun auch nicht mehr, und sie macht ihre Sache durchaus gut, weil sie versucht, nahe am US-Original zu bleiben. Daß einem als Zuschauer dennoch bei jedem Satz Marges ins Bewußtsein kommt, daß da die große Engelke spricht, ist nicht ihre Schuld, höchstens die der reichlich sinnlosen Politik von Pro7, den Beliebtheitsgrad der "Simpsons" noch durch prominente Sprecher steigern zu wollen - als ob das ginge oder nötig wäre.
Einziges Manko des Simpsons-Films: Er ist viel zu kurz. Jedenfalls subjektiv.
Daß Mannschaften bei einer Weltmeisterschaft ausscheiden, liegt in der Natur der Sache, daß es die deutsche traf, war auch nicht richtig überraschend. Überraschend eigentlich nur das Echo im Blätterwald: »Aus der Traum!« (Bild), »Aus der Traum!« (Berliner Kurier), »Aus den Träumen geballert« (B.Z.), »Aus der Traum« (Welt kompakt), »Aus der Traum« (Financial Times Deutschland), »Der Traum ist aus« (Berliner Zeitung), »Aus! Aus! Der Traum ist aus!« (Spiegel online) – was eigentlich nur wieder belegt: Wer so viel träumt, hat zumindest gut gepennt. Träumt manchmal von Medienvielfalt:
Titanic
Zu guter Letzt, Punks!
Wenn Ihr, wie kürzlich beim »Ruhrpott-Rodeo«, mal wieder Schwarz-Rot-Gold abfackeln wollt: Stoff- statt Plastikfahne und Brandbeschleuniger benutzen! Sonst gibt’s nur Geschmore und üblen Gestank, und davon habt Ihr ja eigentlich auch so schon genug. Ansonsten mit Euch aber ganz zufrieden:
Titanic
Und kaum, »Associated Press«,
hatten wir uns am 19. Mai bei Deiner Meldung unter dem Titel »Gegenwind für Koch jetzt aus zwei Richtungen« gefragt, wohin es den hessischen Ministerpräsidenten bei derart ungewöhnlichen Wetterverhältnissen wohl pusten wird, als Roland Koch diese Frage auch schon selbst beantwortete: raus aus dem Amtssessel, stracks in die Wirtschaft. Stürmischer Beifall von
Titanic
Aigner, Ilse!
Wir wissen selbstverständlich, wie schwer es für Sie als u.a. Verbraucherministerin ist, glaubwürdig Datenschutz zu fordern, kamen Sie doch in einer Regierung ins Amt, welche die zentrale Vorratsdatenspeicherung eingeführt hat. Sie fordern trotzdem ständig – unter anderem mehr Datensicherheit bei Facebook. Leider vergeblich! Weshalb Sie Ihre eigene Seite in dem sozialen Netzwerk jüngst gelöscht haben. Dessen ungeachtet greifen Sie sich nun im Focus unverdrossen die ganz Großen: »Wenn das Vertrauen der Nutzer schwindet, riskieren die Firmen ihr Geschäftsmodell, deshalb mußten sie jetzt reagieren und zurückrudern. Mittlerweile haben auch Unternehmen wie Apple und Microsoft bei mir im Verbraucherministerium um Gesprächstermine nachgefragt – quasi präventiv.« Denn bekanntlich läuft’s ja so: Bevor Weltkonzerne ihre Strategie planen, fragen sie Aigners Ilse. Aber was machen Sie eigentlich, wenn die Gespräche mit Apple und Microsoft ähnlich erfolgreich verlaufen wie die mit Facebook? Werfen Sie in Ihrem Ministerium alle Computer aus dem Fenster? Erklären Sie den digitalen Kampf für siegreich beendet und kehren zu Schiefertafel und Abakus zurück? In Ihren, hihi, aigenen Worten: »Die Menschen haben ein Gespür dafür, wenn sie ausgenutzt werden.« Aber auch, wenn ihnen die Zeit mit unbeholfener Selbstdarstellung gestohlen wird! Stets nutzerfreundlich:
Titanic
Und wenn, Patricia Dellen
aus Geldern-Lüllingen (NRW), er auch nur für die Leserseite der Zeit war – ein bißchen mehr hätten Sie Ihren Haiku »WM« doch durchdenken sollen: »Nun bricht sie bald los / Die Welle aus Schwarz-Rot-Gold / Sie ist gutartig« – ja, ist da nun die Rede vom Meer oder vom Krebs? Wenn man sich die an Balkonen, Fenstern und Autos explosionsartig metastasierenden Deutschlandfahnen ansieht – und wie sollte man sie übersehen? –, dann ist letzteres wohl passender, mit allerdings deutlich schlechterer Diagnose. Brechen auch bald los: die National-Onkologen von der
Wie angenehm wäre das, wenn man nicht nur das finanzielle Erbe der Eltern, sondern auch das genetische erst nach ihrem Tode antreten müßte. In fortgeschrittenem Alter wäre man endlich reif genug, die peinliche Brustbehaarung und die große Nase, die es väterlicherseits zu erben gibt, klaglos hinzunehmen.
Tibor Rácskai
Big Bang
Zwei Zwölfjährige haben in der Wuppertaler Schwebebahn ein kleines Konzert gegeben. Dabei wiederholten sie eine bestimmte Zeile auffällig oft: »Du bist der Gangbanger«. Den älteren Mitreisenden sah man deutlich an, daß sie mit diesem Begriff nichts anzufangen wußten. Die Jüngeren schmunzelten, die Mittelalten schüttelten bloß den Kopf. Ob die Zwölfjährigen selbst schon Erfahrungen mit dieser speziellen sexuellen Spielart haben, ist nicht bekannt. Hinweise hierzu nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.
Dirk Domin
Glückwunsch
Warum wird einem bei Gewinnspielen immer »Viel Glück!« gewünscht, obwohl man doch eigentlich schon »mit ein wenig Glück gewinnen« kann?
Richard Herrmann
Gleichstellung ade
In den meisten Fällen wird leider immer noch den Müttern das Säugerecht zugesprochen.