Das endgültige Anschlußmagazin

Pflichtblatt für Matthias Platzeck


Newsticker
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  [02.09.2010]  
 
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Um Freiwillige für seine Freiwilligenarmee zu finden, hat Verteidigungsminister zu Guttenberg viele frische Pläne entwickelt. Die angekündigten Schnupperwochen sind nur der Anfang – ab sofort gilt auch:

  • Wer fünfmal aus demselben Panzer schießt, darf ihn behalten
  • Eine deutlich arbeitnehmerfreundlichere Gleitzeitregelung an den Fronten Afghanistans
  • Einführung des Dienstgrads "Betriebsrat zur See"
  • In der Grundwehrdienstzeit darf Mutti immer mitkommen
  • Man darf schon mit 17 Jahren vors Kriegsverbrechertribunal in Den Haag, wenn ein erwachsener Kriegsverbrecher neben einem sitzt.


Das sagt der Sarrazin: "Apropos Tribunal: Haben Sie gestern im Fernsehen gesehen, wie ich diesen Juden zur Sau gemacht habe? Traut sich ja sonst keiner!"

 
  [01.09.2010]  
 
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Was geschieht eigentlich hinter den Kulissen einer TITANIC-Produktion? TITANIC-Online präsentiert: das "Making of" des aktuellen Fotoromans "Das Todesbad in der Menge"!

 

 
  [01.09.2010]  
 
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Bundeskanzlerin Angela Merkel strebt eine Laufzeitverlängerung von bis zu 15 Jahren für Atomkraftwerke an. Doch damit sind die Kraftwerksbetreiber noch lange nicht zufrieden. So will die Atomlobby den Ausstieg weiter verzögern:

  • Alle Mitarbeiter, die wissen, wie man ein Kraftwerk abschaltet, werden sofort entlassen
  • Die Deutsche Bahn erhält den Auftrag, einen Fahrplan für die Abschaltung der Kraftwerke zu erstellen
  • Der letzte, der das Atomkraftwerk verläßt, macht zwar die Tür zu und das Licht aus, schaltet den Reaktor aber nicht ab
  • Die Atomlobby macht sich für die Einführung des islamischen Kalenders stark, weil der erst das Jahr 1431 schreibt – bringt bis zum Abschaltjahr 2032 zusätzlich 601 Jahre Laufzeit 

Das sagt der Sarrazin: "Islamische Zeitrechnung? So weit kommt's noch – nur weil die Türken zu faul sind, den Kalender umzublättern?"

 
  [31.08.2010]  
 
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Gestern wurde er verabschiedet, heute tritt er offiziell zurück: mit Roland Koch geht einer der umstrittensten – wobei, umstritten ist vielleicht das falsche Wort... geht ein Politiker. Dankbar erinnern sich die Bürger Hessens an viele Reformen, die mit seinem Namen verbunden sind, wie, naja, hm. Wobei, die eine... ach, doch nicht. Es gab aber auch schöne persönliche Momente mit Koch: als der Roland einmal beim Staatsempfang mit seiner Frau Akne – na, das war jetzt ein schlechtes Beispiel, aber da war doch... da hat er doch diesem Kind... naja. Schön war das jetzt nicht direkt. Und das Kind hat sich auch nicht besonders gut entwickelt, man hört da doch... – Gott weh, alte Geschichten, ist doch längst beerdigt und Gras drüber. Gut, daß wir nun nach vorne blicken können: mit Volker Bouffier ist ein frisches, unverbrauchtes Gesicht da, ein integerer, unbescholtener... – oh Mann.

 

Das sagt der Sarrazin: "Schon gewußt? Das Aussehen von hessischen Ministerpräsidenten wird zu 50-80% vererbt!"

 
  [31.08.2010]  
 
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Was denkt eigentlich Peter Handke, wenn er aufwacht? Das neue Buch des Balkanpoeten, "Ich bin der Bewohner hinter dem Morgenlattenzaun", versammelt 500 erste Sätze nach dem Erwachen. Sieben davon waren bereits in der FAZ zu lesen, die übrigen 493 finden Sie exklusiv auf TITANIC-Online:

  • "Nie ist man so verletzlich, so zerbrechbar wie am Morgen, Stunden vor dem ersten Bier."
  • "Mir träumte, ich sei ein Eichhörnchen aus Hartplastik, das seine Nüsse in den Backen hortete den Winter lang. Und dann aufgewacht, Sommer ist's, und ich bin wieder nur der alte Peter mit dem Mund voller Haftcreme."
  • "Wenn du nicht willst, was man dir tu, dann schütte deine Grube zu. Oder so."
  • "Wo bleibt denn Fräulein Iveta? Ich hatte sie doch extra zum Diktat ans Bett bestellt!"
  • "Auch das ärmste, kürzeste Sekundennickerchen auf der Autobahn kann einen zur Ruhe kommen lassen. Manchmal ziemlich abrupt. Aua!"

Das sagt der Sarrazin: "Es gibt auch gute Bücher, die man nicht nur zum Ćevapčići-Einwickeln nutzen kann, z.B. meines!"

 
  [30.08.2010]  
 
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Keine französischen Verhältnisse? Von wegen! In mindestens 64 Städten wird nächste Woche Unmut geäußert. Deutschlands Bürger begehren derart auf, daß man den Überblick verliert. TITANIC zeigt, was wo gefordert wird:

  • Erhalt der maroden Bahnhofsbuchhandlung in Stuttgart (Stuttgart)
  • Längere Laufzeit für das Notstromaggregat der maroden Bahnhofsbuchhandlung in Stuttgart (marode Bahnhofsbuchhandlung, Stuttgart)
  • Recht auf Nutzung des Bahnhofsvorplatzes von Donaueschingen zur Durchführung von Montagsdemos (Donaueschingen, Bahnhofstraße)
  • Guido Westerwelle ans Fenster (Erfurt, Willy-Brandt-Platz)
  • Nachtfahrverbot für Google Streetview (Berlin Friedrichshain)
  • Frauenwahlrecht (JVA für Frauen, Hildesheim)

 

Das sagt der Sarrazin: "Protest ja, aber bitte auch gegen mein neues, hochumstrittenes Buch!"

 
  [30.08.2010]  
 
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07.00 Uhr Mit einem penetranten Gebrüll provoziert der Wecker das Ende des Schlafes von Thilo Sarrazin.


07.15 Uhr Der Versuch, etwas gegen den unterdurchschnittlichen Nachwuchsgenpool der deutschen Bevölkerung zu unternehmen, scheitert an der Migräne seiner Frau. Er wirft ihr eine zu niedrige Fertilitätsrate vor.


07.30 Uhr Sarrazin klopft an die verschlossene Badezimmertür und erklärt seiner Frau, es sei eine offensichtliche Tatsache, daß sie nicht mit der Gebärfähigkeit von Kopftuchmädchen mithalte. Sie solle sich nicht so anstellen: das sei schließlich auch ein Lob ihrer Intelligenz. Sie könne das in seinem Buch nachlesen, er habe die betreffenden Stellen angestrichen.


08.00 Uhr Sarrazin äußert sich besorgt über die Stullen seiner Frau: die Butterschicht würde immer dicker. Bevor seine Frau ihre Drohung wahrmacht, wieder ins Bad zu rennen, schmiert Sarrazin ihr ordentlich eine. Er selbst setzt sein Frühstück mit Schweinebraten und Sauerkraut (ohne Kümmel) fort.


08.30 Uhr Sarrazin scheitert mal wieder am Zeitungssudoku, bekommt einen Schreikrampf und entsprechende Aufmerksamkeit. Er fühlt sich gerüstet für den Tag und macht sich auf den Weg zur "Arbeit".

 
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Titanic unterwegs
02.09.2010 CH-Basel, Cartoonmuseum
  Rudi Hurzlmeier und Oliver Maria Schmitt
03.09.2010 Berlin, Z-Bar
  Hauck&Bauer
03.09.2010 Frankfurt, Romanfabrik
  Anna Poth, Fischer, Gsella und Zippert
07.09.2010 Frankfurt am Main, Club Voltaire
  TITANIC-Peak-Preview

 Hans-Werner Sinn!

Als prominenter Gesichtspulloverträger und Präsident des Ifo-Wirtschaftsforschungsinstitutes erklärten Sie uns im Hörfunk-Interview ein weiteres Mal die unberechenbaren Kapriolen des Kapitals: »Das Kapital hat mittlerweile Angst, in Länder wie Portugal, Spanien, Irland zu gehen und dort zu investieren. Gut daran ist für uns, daß das Kapital bei uns bleibt. Statt daß wir Geld exportieren, damit andere unsere Autos und Maschinen kaufen, können wir jetzt selbst unsere Autos – äh, Autos haben wir schon genug – und Maschinen kaufen.«
Sinn, das ergibt aber nur dann einen solchen, wenn wir nicht auch schon genug Maschinen haben, oder?
Kleiner Hinweis: An Sprechmaschinen wie Ihnen mangelt’s uns keinesfalls.

Titanic

 Durs Grünbein!

Ihr jüngstes Werk (»Aroma. Ein römisches Zeichenbuch«) scheint es in sich zu haben, wenn man der Ankündigung des Verlagshauses Suhrkamp glauben darf: »Einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter der Gegenwart stellt sich in Vers und Prosa der Ewigen Stadt.« Und zwar so: »Aufblühen wird man hier, auch als kraut sich gern überlassen / dem wohligen Phototropismus. Der man im Norden war, / Dieser Eisblock Identität, Psyches Schneemann ist bald zerronnen« usw. usf.; Sie wissen ja selbst am besten, was Ihnen da wieder einmal von irgendwoher in die Feder geflossen ist. Bei aller Bewunderung für die Kühnheit, mit der Sie den zwar nicht wohlklingenden, aber doch »wohligen Phototropismus« in die deutsche Dichtkunst einführen, und bei allem Respekt vor der sportlichen Leistung, sich in Vers und Prosa einer Ewigen Stadt zu stellen, an der sich schon viele Eroberer von ganz anderem Format die Zähne ausgebissen haben – kurzum: Bei aller geheuchelten Hochachtung vor Ihrer lachhaften Großmannssucht läßt uns die Frage nicht los, was Sie als einer der bedeutendsten deutschsprachigen Dichter der Gegenwart wohl täten, wenn es keine Ewigen Städte zu bedichten gäbe, sondern nur, sagen wir mal: Pritzwalk. Oder Neu-Isenburg. Oder Hamm in Westfalen.
Städten dieses Kleinkalibers – es tut uns leid, Ihnen das so deutlich sagen zu müssen – wären Sie als Dichter nicht gewachsen. Aber dafür – kleiner Trost – können Sie immerhin so possierlich mit Riesengewichten aus Pappmaché jonglieren, daß es für Ihren Lebensunterhalt reicht. Und das ist ja auch was wert.
Weiterhin einen wohligen Phototropismus wünscht

Titanic

 Verehrte Nachrichtenagentur AP!

In der Bewertung von Sachverhalten müssen wir ja nicht immer übereinstimmen. Aber semantisch in Ordnung sollten Deine Meldungen doch sein. Bei Meinungsverschiedenheiten auf der Hamburger Schanze schriebst Du kürzlich: »Bei den Krawallen wurden zwölf Beamte von Flaschen getroffen und verletzt.« Das kann schon mal gar nicht stimmen, denn wenn die Demonstranten getroffen haben, dann können sie keine Flaschen sein.
Außerdem wäre ja mal interessant gewesen: Womit haben die eigentlich geworfen?
Immer genug Zielwasser an Bord:

Titanic

 Jungministerin Schröder!

Nun durften Sie also den berühmten Focus-Fragebogen ausfüllen und dort erklären, man könne Sie »so schnell in keine Schublade stecken« – was Ihre erstaunlich ausgefallenen Antworten auch beweisen: Sie werden angetrieben von der »Freude, etwas zu gestalten«, sehen gern die »Lindenstraße«, zappen weg bei »langweiligen politischen Talkshows«, und Ihre Lieblingsfigur in der Geschichte ist »Sophie Scholl«. Sie haben recht, Frau Schröder, solche Antworten liegen nicht in irgendeiner Schublade – die bekommt man direkt von der Stange. Aber dann, auf die Frage »Mit wem würden Sie gern einen Monat lang tauschen?«, sagen Sie doch etwas Interessantes: »Mit Frau Reich-Ranicki, damit ich mich mal richtig mit ihrem Mann unterhalten kann.« Und wissen Sie was, Kristina Schröder? Genau diesen alten Chauvi und cholerischen Mundverbieter wünschen wir uns manchmal ebenfalls herbei, wenn Sie das Wort ergreifen!
Grüße aus der unteren Schublade:

Titanic

 Huhu, Julia Roberts!

Allenfalls mäßig originell ist es, daß Sie sich nicht wie andere Prominente mit Kabbala, Pilates oder Scientology beschäftigen, sondern sich laut der amerikanischen Elle »dem hinduistischen Glauben angeschlossen« haben.
»Regelmäßig«, so erfahren wir dort, bewegen Sie also Ihre fünfköpfige Familie zum Singen und Beten zu einem hinduistischen Tempel, um im nächsten Leben »als ein ruhigeres und leiseres Wesen wiedergeboren zu werden«. Das ist zweifelsohne ehrenwert – aber warum warten und nicht einfach gleich zu Hause bleiben und die Schnüß halten?
Simplify your life c/o

Titanic

 Last man standing

Wenn ich wieder einmal meinen Schlüssel in der Wohnung vergessen habe, die Liebste in ebendieser Wohnung wieder einmal so tief schläft, daß sie mein Sturmläuten nicht hört, und ich, um das Unglück zu komplettieren, keine Übernachtungsalternative aufstellen kann, weshalb ich mir eine Nacht lang vor der Haustür die Beine in den Bauch stehe, dann ist das meine höchstpersönliche Art eines One-Night-Stands. Ist aber weniger aufregend, als es sich anhört.

Sebastian Klug

 My generation

»Hast du mal Ibsen gelesen?« – »Nö, dieses Känguruh fand ich total bescheuert. Und die Gimmicks waren eh nur was für Jungs.«

Tibor Rácskai

 Produktidentifikation

Nicht ungern schaue ich fremden Menschen in den Einkaufswagen und bilde mir Vorurteile über Wesen und Lebensweise dieser Menschen. Manchmal schweifen meine Gedanken beim Anblick des Kaufguts ins Philosophische. So wurde die alte Frage in mir wach, ob nun das Sein das Bewußtsein bestimme oder andersrum, als eine deutlich adipöse Frau neben zwei 1,5-Liter-Sixpacks Cola auch Küchenrollen der Marke »Dick&Durstig« dabeihatte.

Karsten Stölzgen

 Im Sportfernsehen

Freund zappt sich durch das nächtliche Programm, landet bei den »Sexy Sport Clips« auf DSF. Freundin neben ihm wird wach, im TV räkelt sich gerade eine halbnackte Blondine in einer Turnhalle unter einem Tennisnetz. Freundin: »Oh, sind schon wieder Paralympics?«

Ina Zone

 Meine Aura

Über diese modischen Yogi Tees mit ihren raunenden Klappentexten und fehlenden Bindestrichen schmunzle ich, aber sie schmecken gut. Neulich probierte ich den Aura Tee. Schon am der Tasse folgenden Tag trat eine Frau mit Esoterik-Hintergrund auf mich zu und teilte mir mit, sie betrachte gerade meine klar umrissene Aura – die im übrigen ziemlich gut aussähe. Jetzt denke ich darüber nach, doch auch mal den Frauen Fitness Tee zu probieren.

Tina Manske